Gedanken z. Monatsspruch
„Sorgt euch um nichts. sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!" Philipperbrief 4,6
von Pfarrer Dr. Götz Häuser, Evangelische Kirchengemeinde Bühl
Auf welchem Stern lebt dieser Paulus: keine Sorge … in jeder Lage? In welcher religiösen rosa Wolke hat er diese Zeilen formuliert? – Tatsächlich im Knast! Also auf dem Boden der Realität oder quasi noch ein Stockwerk tiefer, im Verlies einer falschen Anklage und Gefangenschaft. Paulus wusste gut, was richtig große Sorgen sind.
Wobei es hier nicht um ein Ranking und Vergleichen geht. Denn was für manche richtig schwierig ist, wiegt für andere eher leicht. Und was mich umtreibt und belastet, wäre für dich, der das grad liest, womöglich gar nicht so schlimm. Sorgen sind persönlich, wir haben Geschichten mit ihnen. Und je nach Tagesform verändern sie ihr Gewicht. Manchmal liegen sie uns wie ein schwerer Teppich auf der Seele. Manchmal drücken sie uns weniger. Aber immer beschäftigen sie uns mit ihrer zähen Klebrigkeit, ziehen unsere Kraft ab und füttern unser Misstrauen, auch gegenüber Gott.
Was dagegen hilft? Sicher nicht der bloße Appell „Sorgt euch um nichts“. Sondern die Erweiterung unserer Perspektive und die Blickrichtung zu dem, der den Überblick hat. Und dass die Sorgen ins Gebet genommen werden, adressiert an den, der Herr der Lage ist und unsere Sorgen mit seiner Fürsorge umgibt. Und dabei ist der DANK die Hintertür und der Geheimgang aus dem Verlies der Sorgen. Der DANK ist der Zugang in die Wirklichkeit der Fürsorge Gottes. Der DANK ist unser Realitäts-Check. Weil Gott sich kümmert, schon längst, um dich!
„Danken schützt vor Wanken“ heißt es im Volksmund, und der hat hier mal wirklich recht! Versuch’s! Schau hin! Fang an! Danke, treuer Gott für …

