Monat Juni 2023

 "Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde und Korn und Wein die Fülle." Genesis 27, 28 (l)
von Pfarrer Dr. Ulrich Zimmermann, Evangelische Thomasgemeinde Rastatt
Was wünschen wir jemandem, wenn wir ihm oder ihr „Gottes Segen“ wünschen, etwa zum Geburtstag? Dieser Bibelvers macht anschaulich, was Gottes Segen enthält. Weil der biblische Erzvater Isaak nicht weiß, wie lang er noch lebt, spricht er seinem Sohn Jakob einen Segen zu - dem Jakob, der später den Namen Israel bekommt und zum Stammvater des gleichnamigen Volkes wird.

Gottes Segen ist dabei zunächst sehr irdisch. Der Vater wünscht seinem Sohn, dass die von ihm bebaute Erde gut befeuchtet und ertragreich sein möge. Sie soll für ihn „Korn und Wein die Fülle“ tragen. Aus dem Korn wird Brot gebacken, das ihm als Grundnahrungsmittel dient. Der Wein als Genussmittel soll ihm dazu noch die nötige Lebensfreude und Lebensqualität geben. Er soll nicht nur gut versorgt, sondern rundum glücklich sein.
Die Bibel versteht hier unter Segen nicht nur geistige Güter wie Erlösung oder Seligkeit, sondern gerade auch irdisches Wohlergehen. Gott sorgt nicht nur für Seele und Geist, sondern auch für körperliche Bedürfnisse. „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.“ Und wenn ein fröhliches Fest gefeiert wird, etwa bei einer Hochzeit, gehört gutes Essen und Trinken einfach dazu - nicht zuletzt ein guter Wein.
Das Volk Israel hat Gottes Segen durch die Jahrtausende seiner Geschichte hindurch immer wieder erfahren, auch wenn es Zeiten gab, wo wenig bis nichts von diesem Segen spürbar war. Nach der Katastrophe des Holocaust schenkte Gott seinem Volk einen Neuanfang in einem eigenen Staat, der gerade erst sein 75jähriges Bestehen feierte.
Wenn Gott Menschen seinen Segen schenkt, ist damit auch eine Verpflichtung verbunden. Und wenn durch die Folgen des Klimawandels Überschwemmungen, Dürren und Hungersnöte zum Beispiel in Afrika zunehmen, erwächst daraus eine Verpflichtung für diejenigen, die genug zum Leben haben. Wer durch Spenden an „Brot für die Welt“ Menschen in ärmeren Ländern unterstützt, kann dadurch Segen weitergeben.