Monat April 2023

Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. Röm 14,9 (E)
von Pfarrer Albrecht Berbig, Evangelische Petrusgemeinde Rastatt
Nachruf auf Jesus Christus:
Müh und Arbeit war sein Leben. Herrschaft hat ihm Gott gegeben?
Schön wärs! Schön wärs, wenn dieser abgewandelte Nachruf gelten würde für Jesus Christus! Statt „Müh und Arbeit war sein Leben, Ruhe hat ihm Gott gegeben“. So lesen wir es immer noch in der Zeitung, als aufs Wesentliche konzentrierte Zusammenfassung für ein ganzes Menschenleben: 80 Jahre = Mühe + Arbeit. Und jetzt? Ruhe!

Jesus Christus will aber keine Ruhe. Sondern die göttliche Un-Ruh, die unser Leben voran treibt wie eine gute Unruh die genaue Uhr. Der Herr will als Lohn seiner Mühe und Arbeit, als Ergebnis seiner tödlichen Mission und un-glaublichen Auferweckung nicht ein „RUHE SANFT“. Jesus will göttliche Un-Ruh sein. Diese wahrhaft fromme Un-Ruh, die uns immer wieder fragen lässt: Passt dies zu meinem Herrn? War jenes wirklich okay, gut? Gut im Sinne meines Herrn, dessen leidvolle Lebens-Mission die Herrschaft über alle ist – Lebende wie Tote?  
Zuerst klingt der Bibelvers Röm 14,9 wie ein Satz aus der Dogmatik: Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. (LÜ) 
Aber dynamischer, anspruchsvoller lese ich den Vers in der Neuen Genfer Übersetzung: Denn Christus ist gestorben und wieder lebendig geworden, um seine Herrschaft über alle auszuüben – über die Toten und über die Lebenden. (Neue Genfer Übersetzung zu Röm 14,9)
Ach, wie mich das trifft. Nicht un-beherrscht sein, sondern be-herrscht vom besten Herrn aller Zeiten! Ein Christ wäre einer, bei dem Jesus Christus seine Herrschaft ausübt. Was für ein Trost – und was für eine Aufwertung im Leben wie im Sterben für ein Christenleben. Könnte das ein Nachruf sein: 
Müh und Arbeit war sein Leben. Die Herrschaft – hat er Gott gegeben?