Monat Februar 2023

Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen. Gen 21,6 (E)
von Pfarrer Thomas Müller, Evang. Stadtkirchengemeinde Baden-Baden
LACHEN oder Weinen wird gesegnet sein – so singen wir in einem meiner Lieblingslieder. LACHEN – darum geht es in diesem Monat für manche in der sog. „fünften Jahreszeit“. Andere haben nichts zu(m) lachen. Lachen kann befreien und anstecken, Lachen bringt die Welt zum Leuchten. Über sich selbst lachen können, ist eine wichtige und hilfreiche, basale Fähigkeit. Lachen ist manchmal die beste Medizin.

Hat Jesus gelacht? Darüber wurde im Mittelalter heftig gestritten – der berühmte Roman und bekannte Film „Der Name der Rose“ – dieser faszinierende Klosterkrimi kreist um die Frage: wie halten es Christen mit dem Lachen?! Paulus weiß und empfiehlt im Römer-brief: Freuet euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!
Sara jedenfalls lacht, Abraham auch – die ganze Geburtsgeschichte Isaaks steckt voller Lachen. Kein Wunder, denn Isaak bedeutet „Er lacht“. Sara sagt im Rückblick voller Staunen: Gott ließ mich lachen! 
Das hebräische Wort für Lachen – zahak – ist ein schönes Wort. Weil es lautmalerisch das Lachen zu Gehör bringt. Und weil die Bandbreite von Lachen mitschwingt: scherzen, spielen, spotten, spontan sein. Lachen ist eine Gottesgabe und hat mit Kontrollverlust zu tun – auch daher war es wohl im Mönchtum verpönt und mit Lachverbot belegt. 
Wehe euch, die Ihr jetzt lacht – heißt es in einem Bußruf Jesu. Gibt es im Evangelium nichts zu lachen? Der Lobgesang der Maria ist doch eher das Loblied einer singenden, tanzenden, lachenden Frau – wie bei Sara. Und der Vergleich Jesu von einem Kamel, das (nicht) durchs Nadelöhr geht, zum Schmunzeln. Ein österliches, hoffendes Lächeln durchzieht die Auferstehungsgeschichten – etwa wenn Jesus von den Frauen für den Gärtner gehalten wird oder Petrus und der Lieblingsjünger bei Johannes einen Wettlauf zum offenen Grab veranstalten. Einst mussten oder besser durften Pfarrer die Gemeinde mit einem Osterwitz zum Lachen bringen (und damit den Tod verlachen). Das Ha-Ha-Halleluja der Osterchoräle lässt davon noch etwas aufblitzen. 
Der niederrheinische und christliche Kabarettist Hanns Dieter Hüsch drückt es in seinem Psalm voller Weisheit und Humor treffend aus:
„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit: Gott nahm in seine Hände meine Zeit – mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen, mein Triumphieren und Verzagen, das Elend und die Zärtlichkeit.
Was macht, dass ich so fröhlich bin in meinem kleinen Reich. Ich sing und tanze her und hin vom Kindbett bis zur Leich. Was macht, dass ich so furchtlos bin an vielen dunklen Tagen. Es kommt ein Geist in meinen Sinn: will mich durchs Leben tragen.
Was macht, dass ich so unbeschwert und mich kein Trübsal hält. Weil mich mein Gott das Lachen lehrt wohl über alle Welt.“