Monat August 2022

„Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten.“ (1. Chronik 16, 33)
von Pfarrer Jürgen Biskup, Evang. Kirchengemeinde Kuppenheim-Bischweier

Wenn Menschen über Gott und die Welt nachdenken, können sie oft eine große Spannung in der Welt beobachten, es gibt viel Licht, aber auch viel Finsternis. Wir leben einerseits in einer Welt voller Leid und Ungerechtigkeit. Manche Länder werden von Kriegen oder Bürgerkriegen auf das Furchtbarste belastet. Andererseits gibt es viele Orte auf der Erde, in denen man/frau gut leben kann, in denen Frieden und Wohlstand herrschen.
Viele Menschen sehnen sich nach mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt und setzen sich dafür ein. Das, was in der Welt krumm oder verbogen ist, soll wieder gerade gerichtet werden. Das Wort „richten“ gehört wohl in diesen Kontext, dass etwas wieder – zum Beispiel durch ein Gericht – wieder gerade „gerichtet“ wird, was durch Menschen verbogen worden ist. Sie setzen sich dafür ein, dass Menschen auch wieder „aufgerichtet“ werden, denen ein Unrecht widerfahren ist, die vielleicht am Boden liegen, die zugrunde gerichtet worden sind. Wir können hier allen Menschen danken, die sich durch ihren Beruf oder auch im Ehrenamt für die Gerechtigkeit einsetzen. Wir können aber auch all jenen danken, die dies in ihrem Lebenskreis auf ihre eigene Art und Weise tun, die sich menschenfreundlich und hilfreich verhalten, die sich an ihrem Ort für Recht und Gerechtigkeit einsetzen.
Nach alttestamentlichem Denken ist Gott auch ein Richter, der für „Recht und Gerechtigkeit“ eintritt, der das Krumme wieder gerade richtet, der Menschen aufhebt, die zugrunde gerichtet worden sind. Nach diesem Denken kann Gott aber auch Völker bestrafen, wenn sie viel Unrecht und viel Ungerechtigkeit getan, viel Böses bewirkt haben. Das ist dann immer wieder ein Grund zur Freude, zum Jubel, wenn Gott Gerechtigkeit schafft. So ist auch die Auferstehung Jesu ein Zeichen dafür, dass Gott Menschen aufrichten kann, die zugrunde gerichtet worden sind, dass Gott auch jenseits der Todesgrenze für Recht und Gerechtigkeit sorgen kann.
Im Glaubensbekenntnis wird dieser Gedanke aufgenommen, wo es über den auferstandenen Jesus Christus heißt: „Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Auch hier geht es also um Recht und Gerechtigkeit, aber mit dem Horizont, dass die ganze Erde „gerichtet“ werden soll.
Wenn Gott als Richter erscheint, sollen die Bäume „jubeln“, also auch die Natur wird in den Freudenjubel mit einstimmen, wenn Gott „kommt“, um Recht und Gerechtigkeit in diese Welt zu bringen.
Vielen Bäumen in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern ist es zurzeit nicht nach „Jubeln“ zu Mute. Sie leiden unter Trockenheit, sie schwächender Dürre, so dass auch Schädlinge leichter den Baum angreifen können. Die Trockenheit bewirkt auch, dass der Baum nicht mehr ausreichend Harz erzeugen kann, mit dem er die Schädlinge bekämpfen kann.
Ich denke, dass dies auch ein Bild für uns sein kann. Wir Menschen gleichen Bäumen, wir brauchen immer wieder genügend „Wasser“. Was ist das „Wasser“, das wir brauchen? Ich nenne hier einige Stichworte: Hoffnung für die Zukunft, ein gewisses Maß an Lebensfreude, Menschen, die uns gut tun, die uns so annehmen, wie wir sind,  Frieden in unserem Lebenskreis und in unserer Seele, genügend Wohlstand und Segen auf vielen Ebenen. Die Liste können Sie gerne für sich noch verlängern.
Aber auch von Jesus Christus, von dem dreieinigen Gott kann Wasser ausgehen. Das Wasser, das Jesus oder Gott uns schenken kann, benennt Jesus im Gespräch mit einer Samariterin wie folgt: „Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ (Johannes 4, 14)
Ich wünsche Ihnen allen erholsame Ferien, gute Zeiten, wo und wie sie auch Urlaub machen und eine gute Rückkehr, wenn Sie unterwegs sind – in der Nähe wie auch in der Ferne. Bleiben Sie behütet.