Waren Sie schon einmal so richtig verliebt? Hat es Sie schon einmal richtig heftig erwischt? Unabhängig davon, ob diese große Liebe erwidert wurde oder eine unerfüllte Sehnsucht blieb, ob die Liebe in eine feste Beziehung, vielleicht in eine langjährige Ehe mündete oder ob die Beziehung vielleicht schon nach kurzer Zeit wieder zerbrach: Wenn die Liebe einen Menschen wirklich trifft, ist er oder sie der Liebe gegenüber schlichtweg machtlos. Der Macht der Liebe kann sich niemand entziehen - genau so, wie sich dem Tod niemand entziehen kann. Das bringt dieser Satz zum Ausdruck, der für mich einer der steilsten Sätze der Bibel ist: „Liebe ist stark wie der Tod“ - „und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich“, so lautet die Fortsetzung.
Die Macht der Liebe speist sich aus der Liebe Gottes, da er der Herr über Leben und Tod ist. Liebe ist auf Beziehung aus: Mit einem geliebten Menschen möchte man zusammen sein. Deshalb sagt hier eine Frau zu dem Mann, den sie liebt: „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm.“ Sie will ihrem Geliebten so nah sein wie der Siegelring, den er am Finger seiner Hand oder an einer Kette über seinem Herzen trägt. Ein Siegel trägt den Namen der Person, der es gehört, und es drückt die Autorität seines Besitzers aus, wenn er durch das Aufdrücken des Siegels ein Schriftstück beglaubigt. So sehnt sich die Liebende danach, dass sich die Person des Geliebten unauflöslich mit ihr verbindet.
Darin, dass Menschen lieben können, zeigt sich die Schöpfermacht Gottes. Weil Gott seine Menschen liebt, stattete er sie mit der Fähigkeit aus, einander zu lieben und in Beziehung zu leben. Gottes Liebesmacht ist sogar stärker als der Tod: Ein geliebter Mensch hat über den Tod hinaus einen Platz in unserem Herzen. Und Gott hat seinen Sohn nach drei Tagen von den Toten auferweckt. Deshalb endet die Beziehung zwischen Gott und Mensch auch nicht mit dem Tod, sondern mündet in das ewige Leben. Das ist die Hoffnung unseres Glaubens.