Klaus kommt zu Besuch. Meine (damals noch ;-) kleine Tochter freut sich, denn sie hat gerade die Lust am Reimen entdeckt. Klaus, Haus, Maus. Das reimt sich, Mama! Und was sich reimt, ist gut, sagt Pumuckl. Klaus ist ein Unbekannter für meine Tochter – sie bleibt lieber auf meinem Schoß und flüstert mir ihre Reime ins Ohr. Aber auf diese aufregende, klangvolle Weise hängt Klaus mit uns zusammen, und sie beobachtet ihn neugierig.
Der kleine, feine Reim mitten drin nimmt mich ein für den Wochenspruch im Juli: leben und weben. So übersetzt Marin Luther, was ein uns unbekannter Lukas über einen ihm nicht persönlich bekannten Paulus erzählt. Paulus wiederum ist fremd in Athen und hält eine kunstvolle Rede über einen womöglich nicht ganz unbekannten Gott. Puh, denke ich, zu viele Unbekannte.
Aber: in ihm leben, weben und sind wir. Das klingt schön und aufregend und hängt irgendwie auch mit mir zusammen. Und ich schwinge mit und klinke mich ein. In die Suche nach dem unbekannten Gott über Zeiten und Kulturen hinweg. In die Suche nach dem, was mich trägt und hält in der Welt.
Zu viele Unbekannte an manchen Tagen. Was hat sie gesagt? Wie soll ich das schaffen? Warum guckt der so komisch? Wo ist der Mundschutz? Wann ist die Impfung? Und ich klinke mich kurz aus. Und höre, was in mir klingt und mit mir zusammenhängt: Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Klaus, Haus, Maus. Leben, weben, schweben …