Monat Januar 2022

„Jesus Christus spricht: „Kommt und seht!“ (Joh 1,39)
Von Dekan Steffen Mahler, Evangelische Stadtkirchengemeinde Baden-Baden

„Kommt und seht!“ – Jesu Antwort auf die Frage der Jünger: „Meister, wo wohnst du?“
Könnte das nicht eine Leitfrage sein, die uns von Beginn eines neuen Jahres an und in den kommenden Monaten begleitet?
Wo ist eigentlich der Meister, wo ist Jesus zu Hause – und mit ihm Gott? Wo finde ich ihn überall, wo will er sein, wo treffe ich ihn an, wo und wie begegnet er mir? Mich fasziniert die Offenheit, die Neugierde, das Nicht-Schon-Alles-Wissen, das aus dieser Frage spricht. Im Moment sehen und wissen wir noch nicht viel vom neuen Jahr. Wir ahnen aber wohl schon, dass es neben hoffentlich viel Schönem und Erfreulichem auch manch Herausforderndes für uns bereithalten wird. Ja, spannend wird’s wohl wieder werden und gut gefüllt mit Aufgaben, kalkulierbaren wie unkalkulierbaren.
„Meister, wo wohnst du?“ Mit dieser fragenden Offenheit und suchenden Unvoreingenommenheit möchte ich ins neue Jahr gehen. Nicht mit der Attitüde, immer schon alles wissen zu können, immer schon Weg und Lösung zu kennen. Wohl aber mit der Zielrichtung: Wo und wie ist Gott in all dem gegenwärtig und wirksam, was da auf uns zukommen mag? Mit dieser Leitfrage durch’s neue Jahr zu gehen, kann befreiend sein und uns öffnen für Neues, ganz Anderes, bisher nicht Gedachtes, für ungeahnte Chancen. Rechnen wir damit, dass wir an vielen Orten und in vielen Begegnungen, erhofft wie unverhofft, auf den treffen, der unter uns wohnt.
Meister, wo wohnst du? – Beim Suchen und Fragen soll es nicht bleiben: Beides möge im vor uns liegenden Jahr immer wieder ins Finden, ins Schauen und ins dankbare Staunen münden.
„Kommt und seht!“