Für Menschen in Alter und Krankheit da sein
Gelungene Auftaktveranstaltung des Netzwerks Seelsorge
Im Raum Rastatt gibt es ca. 20 stationäre Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren. In vielen davon finden regelmäßig Gottesdienste statt und die Bewohnerinnen und Bewohner werden von kirchlich Mitarbeitenden besucht. Um diese Arbeit langfristig zu sichern, hat die evangelische Kirche das Netzwerk Seelsorge für den Kooperationsraum Rhein-Murg, also Rastatt und umliegende Gemeinden, ins Leben gerufen, das mit der Auftaktveranstaltung am 11. Februar um 16 Uhr in der Johannesgemeinde Rastatt seinen Dienst offiziell aufgenommen hat.
„In den großen organisatorischen Veränderungen, die die Kirchen gerade erleben, sollen die nicht vergessen werden, die ein Leben lang in Beziehung zu Glauben und Gottesdienst standen. Auf der Zielgerade des Lebens sind die Bedürfnisse nach Halt und Sicherheit besonders wichtig – gerade auch in spiritueller Hinsicht“, so Diakonin Christine Ettwein, die die Netzwerkarbeit koordiniert.
Mit der Auftaktveranstaltung, bei der sich 20 haupt- und ehrenamtlich Engagierte zusammengefunden haben, wurde das Netzwerk, das ökumenisch ausgerichtet ist, aus der Taufe gehoben. Dabei standen Begegnung, gegenseitiges Kennenlernen über Einrichtungsgrenzen hinweg und die Entwicklung der Netzwerkarbeit im Fokus.
Die Teilnehmerschaft bildete viele Vernetzungsaspekte bereits ab: neben dem Lions-Altenwohnstift aus Rastatt waren auch das Curatio-Seniorenzentrum Ötigheim und das Seniorendomizil Haus Rudolf in Durmersheim als stationäre Pioniere vertreten. Kirchlicherseits kamen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende aus allen evangelischen Gemeinden zur Auftaktveranstaltung und auch der ökumenische Aspekt war durch Haupt- und Ehrenamt aus der katholischen Kirche vertreten. An der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Arbeit waren Besuchsdienste vertreten, neben den kirchlichen auch der des DRK Rastatt im Martha-Jäger-Haus und der aktivierende Hausbesuch des DRK sowie der Hospizdienst Rastatt, ein wichtiger Baustein in der Sorge um schwerkranke und sterbende Menschen zu Hause, aber auch in stationären Einrichtungen. Zwei Interessierte repräsentierten den großen Rahmen unserer Gesellschaft, in der sich das Netzwerk bewegt.
An vier Tischen kamen die Teilnehmenden zunächst zu den Fragestellungen „Welche Erfahrungen mit geistlichen Angeboten gibt es bisher“, „Unsere aktuellen Herausforderungen“, „Welche an geistlichen Angeboten brauchen wir“ und „Perspektiven: Erwartungen an das Netzwerk, die Kirche“ ins Gespräch. Nach einem ersten Überblick über die Netzwerk-Aktivitäten und einer regionalen Übersicht wurde im Feedback deutlich, dass dem Aspekt Begegnung die größte Bedeutung beigemessen wird, gefolgt von Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Informationsaustausch. Das Befreiungstheologie-Lied „Wenn eine:r alleine träumt“ rahmte das Treffen ein. In guter Stimmung und erwartungsfroh gingen die Teilnehmenden auseinander. „Das hat Potenzial“, war das Fazit einer Teilnehmerin.
In der Folge wird es monatliche Veranstaltungen geben, die an verschiedenen Orten im Kooperationsraum stattfinden. Die Termine sind auf der Homepage www.evangelisch-rhein-murg.de zu finden.
Text: Diakonin Christine Ettwein

